6.4 xwmconfig
Lange Jahre wurde Unix fast ausschliesslich als Server Betriebssystem genutzt, mit der Ausnahme von professionellen hochleistungs Workstations. Nur technisch Versierte waren in der Lage Unixähnliche Betriebsystem zu verwenden, was sich auch in der Benutzerschnittstelle wiederspiegelte. GUIs waren einfache Container, gemacht um nur wenige benötigte grafische Programme, wie CAD Programme und Bildrenderer auszuführen. Die meiste Datei- und Systempflege wurde auf der Kommandozeile erledigt. Wenige Hersteller (Sun Microsystems, Silicon Graphics, etc.) verkauften Workstations mit dem Versuch ein einheitliches "look and feel" zu liefern, aber die vielen verschiedenen, von Entwicklern benutzten GUI Toolkits verhinderten einen einheitlichen Desktop. Die Bildlaufleiste konnte in zwei verschiedenen Programmen auch anders aussehen. Menüs konnten an unterschiedlicher Stelle erscheinen. Programme konnten andersartige Knöpfe und Auswahlfelder enthalten. Farben unterschieden sich sehr stark und waren meistens in jedem Toolkit einprogrammiert. So lange die Benutzer hauptsächlich technische Fachleute waren, war das auch nicht Wichtig.
Mit dem ausbreiten freier Unixähnlichen Betriebssysteme und der wachsenden Anzahl von grafischen Programmen, wurde X von mehr und mehr Anwendern eingesetzt. Die meisten Benutzer waren natürlich der Konsistenz Microsofts Windows oder Apples MacOS verwöhnt. Das Fehlen einer solchen Konsistenz in X-basierenden Anwendungen wurde zu einer Hürde für weitere Akzeptanz. Als Antwort darauf entstanden zwei Open Source Projekte: Das K Desktop Environment oder KDE und das GNU Network Object Model Environment, bekannt als GNOME. Beide haben eine grosse Auswahl von Anwendungen, von Taskleisten über Dateimanagern bis hin zu Spielen und Büroanwendungen, die alle mit dem gleichen GUI Toolkit geschrieben und integriert wurden, um einen einheitlichen, konsistenten Desktop zu ermöglichen.
Die unterschiede zwischen KDE und GNOME sind relativ geringe. Sie sehen anders aus, weil sie unterschiedliche GUI Toolkits verwenden. KDE basiert auf der Qt Bibliothek von Troll Tech AS, währen GNOME GTK verwendet, ein Toolkit, welches ursprünglich für das "GNU Image Manipulation Programm" (oder kurz the GIMP) entwickelt wurde. Als unterschiedliche Projekte haben KDE und GNOME auch ihre eigenen Designer und Programmierer, mit unterschiedlichen Entwicklungsstilen und Philosophien. Das Ergebnis ist in jedem Fall das Gleiche, eine konsistente, integrierte Desktopumgebung und Anwendungssammlung. Die Funktionalität, benutzbarkeit und einfachheit von KDE und GNOME kann es mit jedem anderen Betriebssystem aufnehmen.
Das Beste daran ist, diese Desktops sind Frei. Das heisst, sie können einen oder sogar beide (ja, sogar gleichzeitig) benutzen. Die Wahl liegt bei Ihnen.
Zusätzlich zu GNOME und KDE enthält Slackware eine grosse Auswahl von Windowmanagern. Manche sind gemacht um andere Betriebssysteme zu immitieren, andere um sie den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben anzupassen und wieder andere auf geschwindigkeit Optimiert. Es gib eine grosse Auswahl, wovon Sie soviele installieren und ausprobieren können, um selbst zu entscheiden, welchen Sie am meisten mögen.
Um die Desktopauswahl einfach zu machen, enthält Slackware ein Programm mit dem Namen xwmconfig, welches zum auswählen eines Desktops oder Windowmanagers verwendet wird. Ausgeführt wird es mit:
# xwmconfig
Bild 6-5. Desktop Configuration mit xorgconfig

Ihnen wird eine Liste aller installierten Desktops und Windowmanagern paräsentiert. Wählen Sie einfachen aus der Liste, welchen Sie verwenden möchten. Jeder Benutzer auf Ihrem System wird diese Programm ausführen müssen, da jeder Benutzer einen anderen Desktop verwenden kann und nicht jeder wird den verwenden wollen, den Sie bei der Installation ausgewählt haben.
Dann starten Sie X und fertig.