5.3 TCP/IP Konfiguration


An dieser Stelle sollte Ihre Netzwerkkarte in Ihrem Computer installiert und die nötigen Kernel Module geladen sein. Es wird noch keine Kommunikation über Ihre Netzwerkkarte möglich sein, aber mit ifconfig -a sollten sie schon Informationen über ihren Netzwerkadapter erhalten.

# ifconfig -a
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr 00:A0:CC:3C:60:A4
UP BROADCAST NOTRAILERS RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric 1
RX packets:110081 errors:1 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:84931 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:100
RX bytes:114824506 (109.5Mb) TX bytes:9337924 (8.9Mb)
Interrupt:5 Base address:0x8400

lo Link encap:Local Loopback
inet addr:127.0.0.1 Mask:255.0.0.0
UP LOOPBACK RUNNING MTU:16436 Metric:1
RX packets:2234 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:2234 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:0
RX bytes:168758 (164.8 Kb) TX bytes:168758 (164.8 Kb)


Wenn Sie nur /sbin/ifconfig ohne das -a eingegeben haben, werden sie kein eth0 Gerät in der Ausgabe haben, da Ihre Netzwerkkarte noch keine gültige IP-Adresse oder Route hat.

Da es viele verschieden Möglichkeiten gibt ein Netzwerk und ein Subnetz einzurichten, können Sie doch auf zwei Typen reduziert werden: Statische und Dynamische. Statische Netzwerke sind so eingerichtet, dass jeder Adapter immer die gleiche IP-Adresse zugewiesen hat. Bei Dynamischen Netzwerken übernimmt ein einziger Server die dynamisch Vergabe der Adressen, welcher DHCP-Server genannt wird.

5.3.1 DHCP


DHCP (oder Dynamic Host Configuration Protocol) vergibt IP-Adressen wenn ein Computer bootet. Wenn der DHCP-Client bootet, sendet es eine Anfrage in das Local Area Netzwork (LAN) damit ein DHCP-Server ihm eine IP-Adresse gibt. Der DHCP-Server hat einen Pool von verfügbaren IP-Adressen. Der Server antwortet dann auf diese Anfrage mit einer IP-Adresse aus seinem Pool und einem Haltbarkeitsdatum dieser Adresse. Wenn das Haltbarkeitsdatum für die IP-Adresse abgelaufen ist, muss der Client den Server erneut ansprechen und die Verhandlung wiederholen.

Der Client wird dann die IP-Adresse vom Server annehmen und den gewünschten Adapter mit dieser konfigurieren. Es gibt noch einen anderen nützlichen Trick, wie DHCP-Clients ihre IP-Adresse bekommen. Der Client merkt sich die letzte ihm zugewiesene IP-Adress und verlangt beim Server ihm wieder diese IP-Adresse bei der nächsten Anfrage zu geben. Wenn möglich, wird der Server dies tun, aber wenn nicht, dann wird eine neue Adresse vergeben. Die Aushandlung sieht in etwa so aus:
Client: Gibt es einen DHCP-Server im LAN?
Server: Ja, gibt es. Hier bin ich.
Client: Ich brauche eine IP-Adresse.
Server: Du kannst die 192.168.10.10 für 19200 Sekunden verwenden.
Client: Danke
Client: Gibt es einen DHCP-Server im LAN?
Server: Ja, gibt es. Hier bin ich..
Client: Ich brauche eine IP-Adresse. Das letzt mal als wir miteinander sprachen, hatte ich 192.168.10.10; Kann ich diese wieder bekommen?
Server: Ja, kannst du (oder Nein, kannst du nicht: nimm stattdessen 192.168.10.12).
Client: Danke

Der DHCP-Client in Linux ist /sbin/dhcpcd. Wenn sie /etc/rc./rc.inet1 in Ihrem bevorzugten Editor laden, werden Sie sehen, dasss /sbin/dhcpcd/ etwa in der Mitte des Scriptes aufgerufen wird. Dies wird die o. g. Aushandlung verursachen. dhcpcd wird auch die Ablaufzeit der aktuellen IP-Adresse überwachen und automatisch den DHCP-Server mit einer Anfrage zum erneuern der Ablaufzeit kontaktieren, wenn es nötig ist. DHCP kann auch zugehörig Informationen verwalten, wie z. B. welcher ntp-Server benutzt werden soll, welche Routen gewählt werden, etc.

DHCP in Slackware einzurichten ist einfach. Führen Sie einfach nur netconfig aus und wählen sie DHCP wenn es Angeboten wird. Wenn Sie mehr als eine Netzwerkkarte haben und Sie nicht wollen, dass eth0 von DHCP konfiguriert wird, dann ändern Sie nur in der /etc/rc./rc.inet1.conf Datei die für Ihren Adapter relevante Variable zu "YES".

5.3.2 Feste IP


Statische IP-Adresse sind festgelegte Adressen, die sich nur ändern, wenn die manuell gemacht wird. Diese werden benutzt, wenn der Administrator keine Änderung der IP Informationen wünscht, wie z. B. bei internen Servern im Netzwerk, jedem ans Internet angebundene Server und Netzwerkrouter. Mit statischer IP-Adressierung vergeben Sie eine Adresse und belassen es dabei. Andere Rechner kennen Sie unter dieser bestimmten IP-Adresse und können Sie darüber immer erreichen.

5.3.3 /etc/rc.d/rc.inet1.conf


Wenn Sie beabsichtigen Ihrem Slackware Rechner eine feste IP-Adresse zuzuweisen, können Sie das mit Hilfe von netconfig tun oder Sie bearbeiten /etc/rc.d/rc.inet1.conf. In dieser sehen Sie:

	# Primary network interface card (eth0)
	IPADDR[0]=""
	NETMASK[0]=""
	USE_DHCP[0]=""
	DHCP_HOSTNAME[0]=""


Und dann weiter unten:

	GATEWAY=""


In diesem Fall ist es äusserst Wichtig, dass Sie die richtigen Informationen in die Anführungszeichen setzen. Diese Variablen werden durch /etc/rc.d/rc.inet1 während des Bootvorganges zum konfigurieren der Netzwerkadapter verwendet. Fügen Sie für jeden Netzwerkadapter die korrekten IP-Informationen ein oder setzen Sie nur "Yes" bei USE_DHCP. Slackware wird die Adapter in dieser Reihenfolge mit den hier gegebenen Informationen starten.

Die DEFAULT_GW Variable setzt die vorgegebene Route für Slackware. Jede Kommunikation zwischen Ihrem und anderen Computern im Internet passiert dieses Gateway, wenn dafür keine andere Route festgelegt ist. Wenn Sie DHCP verwenden, werden Sie hier nichts eingeben müssen, da der DHCP-Serverm das zu benutzende Gateway vorgibt.

5.3.4 /etc/resolv.conf


Gut, sie haben jetzt eine IP-Adresse, Sie haben ein Gateway, Sie haben vielleicht auch 10 Millionen EURO (geben Sie uns was ab), aber wofür ist das alles gut, wenn sie keine Namen zu IP-Adressen auflösen können? Niemand will 72.9.234.112 in seinem Web Browser eingeben wollen umd www.slackbook.org zu erreichen. Und wer ausser den Autoren wird sich diese IP-Adresse merken? Wir brauchen DNS, aber wie? Das ist der Zeitpunkt, an dem /etc/resolv.conf ins Spiel kommt.

Möglicherweise haben Sie schon die richtigen Angaben in Ihrer /etc/resolv.conf. Wenn Sie Ihre Netzwerkverbindung mit DHCP einrichten, kann der DHCP-Server diese Datei für Sie verwalten. (Technisch erzählt der DHCP-Server nur dhcpcd es dort einzutragen und es gehorcht.) Wenn Sie Ihre DNS-Server Liste manuell verwalten müssen, dann müssen Sie /etc/resolv.conf bearbeiten. Unten finden Sie ein Beispiel:

# cat /etc/resolv.conf
nameserver 192.168.1.254
search lizella.net


Die erste Zeile ist einfach. Die nameserver Anweisung sagt uns, welcher DNS-Server angesprochen werden soll. Notwendiger Weise dind das immer IP-Adressen. Sie können hier so viele eintragen wie sie möchten. Slackware wird einen nach dem anderen Versuchen, bis eine Antwort kommt.

Die zweite Zeile ist etwas interessanter. Diese Anweisung nennt eine Liste von Domain nahmen, die angenommen werden, wenn ein DNS-Server angesprochen wird. Die erlaubt uns einen Rechner nur duch den ersten Teil seines FQDN (Fully Qualified Domain Name) zu erreichen. Zum Beispiel, wenn "slackware.com" in Ihrem Suchpfad wäre, dann könnten sie http://store.slackware.com durch einfache Eingaben von http://store in Ihrem Browser erreichen.

# ping -c 1 store
PING store.slackware.com (69.50.233.153): 56 data bytes
64 bytes from 69.50.233.153 : icmp_seq=0 ttl=64 time=0.251 ms
1 packets transmitted, 1 packets received, 0% packet loss
round-trip min/avg/max = 0.251/0.251/0.251 ms


5.3.5 /etc/hosts


Jetzt, wo DNS läuft, was ist, wenn wir den DNS-Server umgehen wollen oder einen DNS-Eintrag für einen Rechner machen wollen, der nicht im DNS steht? Slackware enthält die geliebte /etc/hosts Datei, welche einen lokale Liste von DNS-Namen und deren zugehörigen IP-Adressen enthält.

# cat /etc/hosts
127.0.0.1 localhost locahost.localdomain
192.168.1.101 redtail
172.14.66.32 foobar.slackware.com


Hier sehen Sie, das localhost die IP-Adresse 127.0.0.1 (immer für localhost reserviert) hat, das redtail über 192.168.1.101 erreicht werden kann und dass foobar.slackware.com die 172.14.66.32 hat.
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