3.4 Das setup Programm
Wenn sie ihre Partitionen erstellt haben, sind sie bereit Slackware zu installieren. Der nächste Schritt im Installationsprozess is das setup(8) Programm auszuführen. Um das zu tun, geben sie einfach setup in die Konsole ein. setup ist ein menügebasiertes System um Slackware Pakete zu installieren und das System zu konfigurieren.

Der Setup Prozess läuft in etwa folgendermaßen ab: Sie gehen Schritt für Schritt durch die Optionen des setup Programms, in der Reihenfolge, in der sie aufgelistet sind. (Natürlich können sie eine beliebige andere Reihenfolge auswählen, aber die Chancen stehen schlecht, dass das gut geht.) Menü Optionen werden mit den Pfeiltasten (hoch und runter) ausgewählt, "Okay" und "Cancel" (abbrechen) werden mit den Pfeiltasten (rechts und links) ausgewählt. Alternativ hat jede Option die Möglichkeit per farblich markierter Taste ausgewählt zu werden. Optionen, bei denen Markierungen gesetzt werden können (markiert mit einem [X]), werden mit der Leertaste gesetzt/rückgesetzt.
Natürlich steht das Alles in "help" von setup, aber wir wollen unseren Lesern diesen Luxus bieten.
3.4.1 HELP
Wenn das das erste Mal ist, dass sie Slackware installieren, wollen sie vielleicht einen Blick auf den Help Bildschirm werfen. Dort gibt es eine Beschreibung jedes Teils von setup (fast so wie das was wir gerade schreiben, nur weniger aufwändig) und Anweisungen um durch die restliche Installation zu führen.

3.4.2 KEYMAP
Wenn sie keine amerikanische "querty" Tastaturbelegung verwenden wollen, werfen sie einen Blick in diesen Abschnitt. Hier werden ihnen eine Menge anderer Belegungen für ihre Tastatur angeboten.

3.4.3 ADDSWAP

Wenn sie eine swap Partition erstellt haben (zurück in Abschnitt 3.3), wird ihnen dieser Abschnitt die Möglichkeit bieten, sie zu aktivieren. Hier werden swap Partitionen, die sich auf ihrer Festplatte befinden automatisch erkannt und angezeigt. Dabei können sie eine auswählen und aktivieren.
3.4.4 TARGET

Im target Abschnitt werden ihre anderen (nicht-swap) Partitionen formatiert und für das zum Einbinden im Dateisystem aufgelistet. Eine Liste der Partitionen auf ihrer Festplatte wird angezeigt. Für jede Partition, müssen sie wählen, ob sie diese formatieren oder nicht. Abhängig vom verwendeten Kernel können sie zwischen reiserfs (der Standard), ext3, ext2 , jfs und xfs wählen. Die meisten Leute nehmen reiserfs oder ext3. In naher Zukunft wird es auch reiserfs4 Unterstützung geben.
Die erste Option in diesem Abschnitt ist die Auswahl der Partition, auf der sie das root (/) Dateisystem installieren wollen. Danach können sie andere Partitionen ins Dateisystem einbinden. (Zum Beispiel wollen sie ihre dritte Partition /dev/hda3 als ihr Arbeitsverzeichnis. Das ist nur ein Beispiel; binden sie die Partitionen nach ihrem Geschmack ein.)
3.4.5 SOURCE
Im source Abschnitt wählen sie das Medium aus, vom dem sie Slackware installieren wollen. Momentan gibt es 4 Quellen aus denen sie wählen können. Diese sind CD-ROM, NFS (Netzwerk Dateisystem, oder ein schon eingebundenes Verzeichnis.

Die CD-ROM auswahl aktiviert die CD-ROM basierte Installation. Es gibt eine Möglichkeit angeboten nach einem CD-ROM Laufwerk zu suchen, oder eine Liste auf der sie ihren Typ Laufwerk auswählen können. Stellen sie sicher, dass sie die Slackware CD eingelegt haben, bevor nach dem Laufwerk gesucht wird.
Die NFS Auswahl verlangt nach ihren Netzwerk Informationen und der für ihren NFS Server. Der NFS Server muss eingerichtet sein. Außerdem könntn sie keine Hostnamen verwenden. Sie müssen die IP Adresse für ihren PC und den NFS Server benutzen (es gibt keinen Namensauflöser auf der setup CD). Normalerweise müssen sie die network.dsk Diskette haben, um Unterstützung für ihren Netzwerk Controller zu haben.
Das schon eingebundene Verzeichnis bietet ihnen die größte flexibilität. Sie können diese Methode zur Installation verwenden um von Dingen wie Jaz Laufwerken, NFS über PLIP und FAT Dateisystemen zu installieren. Binden sie das Dateisystem auf ein Ziel ihrer Wahl ein, um danach im setup dieses Ziel auszuwählen.
3.4.6 SELECT
Die select Option erlaubt ihnen verschiedene Software Serien für die Installation auszuwählen. Diese Serien werden in Abschnitt 3.2.1 erklärt. Bitte merken sie sich, dass sie Serie A für ein laufendes minimales System installieren müssen. Alle anderen Serien sind optional.

3.4.7 INSTALL
Angenommen, dass sie die Schritte "target", "source" und "select" bereits hinter sich gelassen haben, erlaubt ihnen der Abschnitt install Pakete von den ausgewählten Software Serien zu installieren.Falls nicht, werden sie aufgefordert zurückzugehen und die anderen Abschnitte des setup Programms fertigzustellen. Diese Option ermöglicht ihnen aus 6 verschiedenen Installationsmethoden auszuwählen: full, newbie, menu, expert, custom, und tag path.

Die full Option installiert jedes einzelne Paket von den im "select" Abschnitt ausgewählten Software Serien. Hier gibt es keine weitere Aufforderungen. Das ists die einfachste Installationsmethode, weil sie selbst keine Entscheidungen treffen müssen, welche Pakete sie installieren. Natürlich belegt diese Methode am meisten Festplattenplatz.
Die nächste Option ist newbie. Hier werden alle benötigten Pakete der ausgehälten Serien installiert. Bei allen anderen Paketen werden sie dazu aufgefordert "Yes/Ja", "No/Nein" oder "Skip/Überspringen" auszuwählen. Yes und No sind offensichtlich, Skip springt zur nächsten Serie. Außerdem sehen sie eine Beschreibung und eine Größenangabe für jedes Paket, um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, falls sie es brauchen. Wir empfehlen diese Option für neue Benutzer, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Pakete installiert werden. Allerdings ist diese Variante etwas langsam, durch die ständigen Abfragen.
Menu ist eine schnellere und erweiterte Version der newbie Option. Für jede Serie wird ein Menü angezeigt, von dem sie alle optionalen Pakete für die Installation auswählen können. Essentielle Pakete werden nicht angezeigt.
Für fortgeschrittene Benutzer gibt es die expert Option. Hier haben sie die komplette Kontrolle darüber, welche Pakete sie installieren wollen. Sie können Pakete abwählen, die absolut notwendig sind, was in einem fehlerhaften System endet. Auf der anderen Seite wissen sie dadurch genau, was auf ihr System kommt. Allerdings können sie so besser kontrollieren, was auf ihr System kommt. Wählen sie einfach die Pakete von jeder Serie, die sie installiert haben wollen. Das wird für einen neuen Benutzer aber nicht empfohlen, weil es genauso einfach ist, sich in den Fuß zu schießen.
Die custom und tag path Methode sind ebenfalls für fortgeschrittene Nutzer. Mit Hilfe dieser Optionen können sie durch eigene Konfigurationsdateien installieren, die sie im Distributionsverzeichnis erstellt haben. Das ist sinnvoll, um eine ganze Reihe an Computern nachheinander schnell zu installieren. Für mehr Informationen wie sie die Konfigurationsdateien benutzen, gehen sie in Abschnitt 18.4.
Nachdem sie die Installationsmethode ausgwhält haben, werden ein paar Sachen passieren. Wenn sie menu ausgewählt haben, erscheint ein Menü, welches es ihnen erlaubt die zu installierenden Pakete auszuwählen. Wenn sie full ausgewählt haben, wird die Installation auf das Zielverzeichnis sofort beginnen. Wenn sie newbie ausgewählt haben, werden die Pakete installiert, bis die optionalen Pakete erreicht sind.
Merken sie sich, dass es möglich ist, dass ihnen der Festplattenspeicher während der Installation ausgeht. Wenn sie zu viele Pakete für den freien Platz auf ihrem Ziellaufwerk ausgewählt haben, werden sie Probleme bekommen. Die sicherste Variante ist ein bisschen Software auszuwählen, und später mehr zu installieren, falls sie mehr benötigen. Das wird ihnen durch Slackwares Paket Managment ermöglicht. Diese Informationen bekommen sie in Kapitel 18.
3.4.8 CONFIGURE
Der Abschnitt Konfiguration ermöglicht ihnen ein paar grundlegende Konfigurationen am System durchzuführen, nachdem die Pakete installiert wurden. Was sie hier sehen hängt zu großen Teilen davon ab, welche Software installiert haben. Sie werden jedoch immer folgendes sehen:
3.4.8.1 Kernel-Auswahl
Hier werden gebeten einen Kernel auszuwählen. Sie können den Kernel von dem verwendeten Boot-Medium installieren, von der Slackware CD-ROM oder von einer anderen Diskette, die sie (immer einen Schritt vorausdenkend) vorbereitet haben. Oder sie können die Auswahl überspringen. In diesem Fall wird der standard Kernel installiert und das Spiel wird wieder vom Kartengeber geleitet.

3.4.8.2 Bootdisk erstellen
Es ist sinnvoll eine Bootdiskette für die weitere Verwendung zu erstellen. Sie haben die Möglichkeit eine Diskette zu formatieren und dann eine von 2 Arten Boot Disketten auszuwählen. Die erste Variante, simple, schreibt einfach einen Kernel auf die Diskette. Die andere (und auch empfohlene) Variante ist lilo, die eine lilo Boot Diskette erstellt. Über LILO erfahren sie mehr in Kapitel 7.1. Natürlich können sie auch continue auswählen. In diesem Fall wird keine Boot Diskette erstellt.

3.4.8.3 Modem
Sie werden dazu aufgefordert, ihr Modem näher zu beschreiben. Genauer gesagt, sie werden gefragt, ob sie ein Modem besitzen, und wenn das der Fall ist, an welcher seriellen Schnittstelle es angeschlossen ist.

Die nächsten Konfigurationsblöcke können erscheinen, müssen aber nicht. Je nachdem, welche Pakete sie installiert haben, oder nicht.
3.4.8.4 Zeitzone
Diese ist recht einfach: sie werden gefragt, in welcher Zeitzone sie sich befinden. Wenn sie Zulu Zeit verwenden wollen, müssen wir uns entschuldigen; die (extrem lange) Liste ist alphabetisch geordnet, und sie müssen ganz nach unten.

3.4.8.5 Maus
Dieser Unterabschnitt fragt sie danach, was für eine Maus sie besitzen und ob sie gpm(8), die Konsole Maus Unterstützung, beim Systemstart verwenden wollen.

3.4.8.6 Hardware-Uhr
Dieser Abschnitt fragt sie ob ihre Hardware Uhr nach der Koordinierten Weltzeit (UTC oder GMT) gestellt ist. Die meisten PCs sind das nicht, also sollten sie im Normalfall nein sagen.

3.4.8.7 Schriftart
Dieser Unterabschnitt erlaubt ihnen aus verschiedenen Schrifttypen auszuwählen.

3.4.8.8 LILO
Hier werden sie dazu aufgefordert LILO zu installieren (der LInux LOader; mehr Informationen darüber in Kapitel 7.1).

Falls Slackware das einzige Betriebssystem auf ihrem Komputer ist, sollte simple für sie vollkommen ausreichen. Wenn sie mehr 2 oder mehr Betriebssysteme (dual-boot) verwenden, ist expert die bessere Wahl. Gehen sie in Kapitel 7.3 für mehr Informationen über dual-boot. Die dritte Option, do not install (nicht installieren), wird nicht empfohlen, wenn sie nicht wissen, was sie tun und einen guten Grund haben, LILO nicht zu installieren. Wenn sie eine expert Installation wählen wird ihnen zur Auswahl gestellt, wohin sie LILO installieren wollen. Sie können LILO in den MBR (Master Boot Record) ihrer Festplatte schreiben, in den superblock ihrer Linux root Partition, oder auf eine Diskette.
3.4.8.9 Netzwerk
Die Netzwerk Konfiguration ist gleichzusetzen mit netconfig. Sehen sie sich für mehr Informationen Kapitel 5.1 an.
3.4.8.10 X Window Manager
Dieser Unterabschnitt ermöglicht ihnen ihren standard Fenster Manager für X auszuwählen. Sehen sie sich Kapitel 6 für mehr Details über X und Fenster Manager an.

Egal welche Pakete sie installiert haben, ist der letzte Konfigurationsschritt das root Passwort zu setzen. Aus Sicherheitsgründen sollten sie dies tun; Trotzdem ist das wie alles andere bei Slackware auch ihre Wahl.