7 Booten



Der Bootvorgang Ihres Linux Systems kann manchmal einfach, manchmal aber auch kompliziert sein. Viele Benutzer installieren Slackware auf Ihrem Computer und das war's. Sie schalten ihn nur ein und benutzen ihn. Manchmal kann einfaches booten aber auch sehr unangenehme Arbeit sein. Für die meisten Benutzer wird LILO am besten sein. Slackware enthält LILO und Loadlin um Slackware Linux zu booten. LILO funktioniert von einer Festplattenpartition, vom master boot record (MBR) oder einer Diskette, was es zu einem sehr universellen Programm macht. Loadlin funktioniert von der DOS Eingabeaufforderung, indem es DOS beendet und Linux startet.

Ein anderes bekanntest Programm um Linux zu booten ist GRUB. GRUB wird bei Slackware nicht mitgeliefert und auch nicht offiziell Unterstützt. Slackware hält sich an den "Test und Gut" Standard bei der Auswahl, was die Distribution enthält. Während GRUB gut funktioniert und einige Funktionen bietet, die LILO nicht hat, behandelt LILO jedoch die wichtigsten Aufgaben eines Bootladers und hat sich als zuverlässig bewährt. Da GRUB jünger ist, hat es noch nicht diesen Stand erreicht. Da es nicht in Slackware enthalten ist, wird es hier auch nicht weiter besprochen. Wenn Sie GRUB verwenden wollen (z. B. weil es mit einer anderen Linux Distribution, die sie im dual-boot bentutzen wollen, geliefert wurde) lesen Sie in der GRUB Dokumentation.

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Benutzen von LILO und Loadlin, den beiden Bootladern, die mit Slackware kommen. Auch werden ein paar typische dual-boot Szenarios besprochen und wie Sie diese einrichten.

7.1 LILO



Der Linux Loader, oder LILO, ist der bekannteste, verwendete Bootlader von Linux Systemen. Es lässt sich gut konfigurieren und kann auch einfach benutzt werden, andere Betriebssystem zu laden.

Slackware Linux bietet ein menügeführtes Konfigurationsprogramm, genannt liloconfig. Dieses Programm wird zum ersten Mal während der Installation ausgeführt, aber Sie können es jederzeit Später durch eingeben von liloconf starten.

LILO liest seine Einstellungen aus der Datei /etc/lilo.conf. Sie wird nicht jedesmal beim Systemstart geladen, sondern nur wenn Sie LILO installieren. LILO muss jedesmal neu in den Bootsektor installiert werden, wenn Sie die Konfiguration ändern. Viele LILO Fehler entstehen dadurch, das Änderungen in der Datei lilo.conf# gemacht werden, aber ein Fehler beim installieren von lilo auftritt. liloconfig hilft Ihnen eine Konfigurationsdatei zu erstellen, damit sie LILO in Ihrem System installieren können. Wenn Sie es vorziehen, die Datei /etc/lilo.conf per Hand zu bearbeiten, dann müssen Sie danach nur /sbin/lilo (als root) zum ausführen damit die Änderungen installiert werden.

Wenn Sie liloconfig zum ersten Mal aufrufen sieht es etwa so aus:

Bild 7-1. liloconfig

Wenn Sie das erste Mal LILO einrichten, sollten sie simple (Einfach) wählen. Ansonsten könnten Sie expert schneller finden, wenn Sie sich bereits mit LILO und Linux auskennen. Das Auswählen von simmple startet die LILO Konfiguration.

Wenn Kernle frame buffer Unterstützung in Ihren Kernel einkompiliert ist, wird liloconfig nach der gewünschten Bildschirmauflösung fragen. Diese Auflösung wird auch vom XFree86 frame buffer Server verwendet. Wenn Sie keine besondere Konsolenauflösung wünschen, ist normal die Einstellung die den 80x25 Standard Text Modues nutzt.

Der nächste Teil der LILO Konfiguration ist der Ort wo es installiert werden soll. Das ist warscheinlich der wichtigeste Schritt. Die folgende Liste erklärt die Installationsorte:

Root
Diese Option installiert LILO am Anfang Ihrer Linux root-Partition. Dies ist die sicherste Option, wenn Sie noch andere Betriebssystem auf Ihrem Computer nutzen. Dadurch werden sicher keine anderen Bootloader überschrieben. Der Nachteil ist, das LILO hier nur geladen wird, wenn Ihre Linuxpartition das erste Laufwerk in Ihrem System ist. Das ist auch der Grund, warum viele Leute sich für eine kleine /boot Partition als erstes Laufwerk auf Ihrem System entscheiden. Dies erlaubt dem Kernel und LILO am Anfang des Laufwerks installiert zu werden, wo LILO sie auch findet. Ältere Versionen von LILO enthielten einen fatalen Fehler, bekannt als das "1024 cylinder limit". LILO konnte keine Kernel auf Partitionen nach dem 1024. Cylinder starten. Aktuelle Versionen von LILO haben dieses Problem nicht.

Floppy
Diese Methode ist noch sicherer als die vorhergehende. Sie erstellt eine Bootdiskette, welche Sie zum Starten Ihres Linuxsystems nutzen können. Es hält den Bootlader komplett von Ihrer Festplatte fern und sie booten nur von Diskette, wenn Sie Slackware nutzen wollen. Der Nachteil dieser Methode liegt auf der Hand. Disketten sind sehr empfindlich und gehen oft kaputt. Ausserdem ist der Bootlade nicht auf dem Computer. Wenn Sie also die Diskette verlieren müssen Sie eine neue erstellen um ihr System starten zu können.

MBR
Sie werden diese Methode nutzen, wenn Slackware das einzige Betriebssystem auf Ihrem Computer ist oder wenn Sie LILO zur Auswhahl von verschiedenen Betriebssystemen nutzen wollen. Dies ist die bevorzugte Methode LILO zu installieren und wird auf den meisten System funktionieren.
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Diese Option überschreibt jeden anden Bootlader, den Sie im MBR installiert haben!

Nachdem der Installationsort gewählt wurde wird liloconfig die Konfiguration speichern und LILO installieren. Das war's. Wenn sie den expert Modus gewählt haben, bekommen Sie ein besonderes Menü. Dieses Menü erlaubt Ihnen die Datei /etc/lilo.conf zu verbessern, andere Betriebssystem dem Bootmenü hinzuzufügen und dem Kernel spezielle Parameter beim Systemstart mitzugeben. Das Menü sieht etwa so aus:

Bild 7-2. liloconfig Expert Menu
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Wie auch immer Ihre Systemkonfiguration aussieht, einen funktionieren Bootlader zu installieren ist nicht schwer. liloconfig macht es sehr leicht.
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